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Anfang Mai haben wir eine Prognose gewagt. In unserem Beitrag «Der Ölschock erzwingt die elektrische Zukunft» haben wir argumentiert, dass steigende Ölpreise den Umstieg auf die Elektroflotte beschleunigen werden. Denn elektrisches Fahren ist in der Schweiz pro Kilometer rund 65 % günstiger als Fahren mit Benzin. Mit jedem Anstieg der Treibstoffpreise wird dieser Unterschied grösser – und die Investition in Elektromobilität amortisiert sich schneller.
Unsere These war: Der Ölpreis entscheidet weniger darüber, ob der Umstieg kommt, sondern vielmehr darüber, wie schnell.
Inzwischen liegen neue Zahlen vor. Und sie zeigen: Die Entwicklung hat deutlich an Tempo gewonnen. Ein wesentliches Gegenargument gegen die Elektroflotte, das wir im Mai noch nicht vollständig entkräften konnten, verliert dabei zunehmend an Bedeutung: «Elektroautos sind in der Anschaffung teurer.»
Zuerst die Betriebskosten. Jetzt auch der Kaufpreis.
Die tiefen Betriebskosten waren schon immer eine der grössten Stärken von Elektrofahrzeugen: günstigere Energie, bis zu 50% tiefere Unterhaltskosten, rund CHF 190’000 jährliches Sparpotenzial für eine Flotte mit 100 Fahrzeugen.
Der höhere Anschaffungspreis hingegen war lange die Schwachstelle in der Rechnung – und häufig genau jene, an der Beschaffungsentscheide scheiterten.
Doch auch hier verändert sich die Situation.
Eine am 20. Juli veröffentlichte Studie von ICCT und Fraunhofer ISI hat untersucht, wie sich die Autopreise in Deutschland zwischen 2020 und 2025 tatsächlich entwickelt haben. Ausgewertet wurden über 100’000 Preispunkte aus der ADAC-Fahrzeugdatenbank über sechs Segmente hinweg. Faktoren wie Gewicht, Motorleistung und Reichweite wurden dabei bereinigt.
Das Ergebnis? Batterieelektrische Fahrzeuge wurden inflationsbereinigt rund 18% günstiger. Vergleichbare Verbrenner wurden gleichzeitig rund 2% teurer.
Dahinter steckt nicht einfach eine Rabattaktion oder ein kurzfristiger Subventionseffekt, sondern eine strukturelle Entwicklung. Die Kosten für Batteriepacks sanken zwischen 2020 und 2025 von € 165–185 auf € 130–140 pro kWh – inflationsbereinigt ein Rückgang von rund 36%.
Gleichzeitig wächst das Angebot deutlich. In Deutschland hat sich die Zahl verfügbarer Elektroauto-Modelle zwischen 2020 und 2025 von 38 auf 159 mehr als vervierfacht. Die Zahl der
Kurz gesagt: Elektroautos werden günstiger, die Auswahl wird grösser und die Reichweiten steigen.

Mediane Modellpreise in Deutschland, 2020–2025, inflationsbereinigt. Quelle: ICCT / Fraunhofer ISI (2026), Urban Connect
Auch die Schweizer Neuzulassungen bestätigen diesen Trend
Auch in der Schweiz zeigt sich diese Entwicklung in den Zulassungszahlen. Die Elektrifizierung gewinnt an Bedeutung – nicht über Nacht, aber dafür stetig.
In den ersten sieben Monaten 2026 verfügte mehr als jeder dritte Neuwagen über einen Ladeanschluss (36.6%), gut jeder vierte war rein batterieelektrisch (24.2%). Den bisherigen Höchstwert markierte der Juni: Mit rekordhohen 40% der Neuzulassungen wurde diese Marke erstmals überschritten (auto-schweiz).
Bemerkenswert ist dabei, dass dieses Wachstum nicht auf einen allgemein wachsenden Automarkt zurückzuführen ist. Im Juli schrumpfte der Gesamtmarkt sogar um 3.2%. Gleichzeitig lagen die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden seit Jahresbeginn jeweils mehr als 20% im Plus. Diesel-Fahrzeuge verloren beinahe einen Viertel, und auch reine Verbrenner verlieren weiter an Boden.
Angesichts der oben beschriebenen Entwicklung der Kaufpreise und der strukturellen Trends dahinter spricht vieles dafür, dass diese Entwicklung eher an Tempo gewinnt als verliert. Der Markt selbst scheint das zu bestätigen: Bei der Bekanntgabe der Juli-Zahlen führte der Direktor von auto-schweiz, Thomas Rücker, das Wachstum auf «ein breites Angebot in allen Preis- und Fahrzeugklassen, ausreichende Reichweiten und niedrige Betriebskosten» zurück.
Wenn der Importeursverband selbst die Betriebskosten als Wachstumstreiber nennt, ist das nicht mehr einfach unser Argument. Der Markt selbst bestätigt den Wandel.

Steckeranteil an den Schweizer Neuzulassungen, 2026. Quelle: auto-schweiz (2026), Urban Connect
Der Ölschock war kein kurzfristiges Ereignis
Als wir im Mai publizierten, konnte man den Ölschock noch als einzelnes geopolitisches Ereignis lesen, das bald vorübergehen würde.
Die jüngste Treibstoffpreis-Analyse des TCS von Mitte Juli legt jedoch das Gegenteil nahe: Bleifrei 95 kostete in der Schweiz im Schnitt CHF 1.87 pro Liter, Diesel CHF 2.05. Ein Plus von 3 beziehungsweise 5 Rappen innert einer Woche.
Dahinter stehen gleich mehrere Faktoren: die Instabilität rund um die Strasse von Hormus, beschädigte Raffinerien am Golf und in Russland, vorübergehende chinesische Exportbeschränkungen für raffinierte Treibstoffe und das Niedrigwasser auf dem Rhein. Gerade der letzte Punkt bringt eine Dimension ins Spiel, die unsere Mai-Analyse noch nicht hatte. Das Niedrigwasser am Rhein hat die Frachtkosten innert eines Monats mehr als vervierfacht – von CHF 33.50 auf CHF 143 pro Tonne. Dies hat den Liter Benzin um geschätzte 8.5 Rappen weiter verteuert.
Treibstoffkosten sind damit nicht mehr nur geopolitischen Risiken ausgesetzt, sondern zunehmend auch klimabedingten Schwankungen.
Strom erzählt eine andere Geschichte – eine der Stabilität. Das gilt besonders für das Laden am Arbeitsplatz zu vertraglich vereinbarten Tarifen: stabil, planbar und im grösseren Massstab sogar verhandelbar.
Und genau dort wird ein wesentlicher Teil des Stroms für Elektrofahrzeuge geladen. Gemäss EnergieSchweiz und EBP deckte öffentliches Laden 2025 nur rund 13% der Schweizer EV-Energie ab. Rund 87% wird also zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen – dort, wo der Preis pro Kilowattstunde vertraglich fixiert ist und nicht täglich neu gestellt wird. Für die Mehrheit der Schweizer Angestellten, die in einer Mietwohnung wohnen und zu Hause nicht laden können, wird die Steckdose am Arbeitsplatz zum entscheidenden Faktor. Das kommende Recht auf Laden haben wir hier beleuchtet.
Was bedeutet das für Schweizer Flottenbetreiber?
Erstens: Es lohnt sich, die TCO-Rechnung neu zu machen
Wer seinen Business Case 2023 oder 2024 gerechnet hat, arbeitet mit Fahrzeug- und Treibstoffpreisen, die heute nicht mehr aktuell sind. Vor dem nächsten Beschaffungszyklus sollten Unternehmen deshalb mit den Zahlen von 2026 neu rechnen. Das Resultat könnte heute deutlich anders aussehen.
Zweitens: Treibstoff ist heute ein Budgetrisiko, nicht nur eine Kostenposition.
Eine konventionelle Flotte macht die laufenden Kosten abhängig von geopolitischen Entwicklungen, Lieferketten und zunehmend auch klimatischen Faktoren wie dem Wasserstand des Rheins. Für CFOs wird die Elektrifizierung deshalb neben der Kostenfrage zunehmend auch zu einer Frage der Planbarkeit.
Drittens: Auch Abwarten hat seinen Preis
Jeder heute gekaufte Verbrenner bindet das Unternehmen für drei bis acht Jahre an genau diese Volatilität. Gleichzeitig dünnt sein Wiederverkaufsmarkt aus, weil sich die Modelllandschaft immer stärker in Richtung Elektromobilität verschiebt.
Die Zahlen zu verstehen ist einfach. Die Umsetzung ist anspruchsvoller.
Eine TCO-Rechnung zu aktualisieren, dauert vielleicht einen Nachmittag. Daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen, ist deutlich anspruchsvoller: Welche Fahrzeuge passen zur Flotte? Welche Ladeinfrastruktur wird benötigt? Wie viele Fahrzeuge braucht es tatsächlich? Und wie lässt sich die Flotte im Alltag möglichst effizient nutzen?
Für die meisten Unternehmen gehört das nicht zum Kerngeschäft. Für uns schon.
Urban Connect begleitet Unternehmen bei genau diesem Übergang. Wir unterstützen beim Aufbau der Ladeinfrastruktur und liefern Elektrofahrzeuge, ausgerüstet mit unserer modernen Fleet-Sharing-Technologie: einer Plattform, welche Buchungen, Zugang und Abrechnung übernimmt, jedes Fahrzeug trackt und zeigt, wie die Flotte tatsächlich genutzt wird.
Durch das Teilen von Fahrzeugen innerhalb des Unternehmens werden Standzeiten reduziert und die Auslastung erhöht. Damit sinken die Kosten pro Kilometer zusätzlich – über die Einsparungen durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge hinaus.
Werden Firmenfahrzeuge zusätzlich für die private Nutzung durch Mitarbeitende geöffnet, arbeiten die Fahrzeuge auch abends und am Wochenende – und private Fahrten werden zu Erträgen, welche die Flottenkosten senken. Gleichzeitig entsteht ein attraktiver, greifbarer Benefit für Mitarbeitende.
Das Resultat: tiefere Betriebskosten, deutlich attraktivere Kaufpreise – und eine Flotte, die einen Teil ihrer Kosten selbst erwirtschaftet.
Im Mai haben wir argumentiert, dass steigende Ölpreise den Umstieg auf Elektromobilität beschleunigen werden. Drei Monate später zeigen sowohl die Entwicklung der Anschaffungspreise als auch die Schweizer Zulassungszahlen in dieselbe Richtung.
Für Unternehmen, die ihre Flottenrechnung heute neu machen, ist Elektromobilität deshalb längst nicht mehr nur eine Nachhaltigkeitsfrage.
Sie wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Entscheid.
Möchten Sie Ihre Flotte elektrifizieren – mit E-Fahrzeugen und einer modernen Corporate-Fleet-Lösung?
Kontakt: sales@urban-connect.ch
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